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Berufserfahrung in Uganda gewonnen

Unser Mitarbeiter Thomas Eibl war als Orthopädietechniker in Afrika unterwegs

Pro Uganda Orthopädie Zimmermann MitarbeiterThomas Eibl hat während seiner langjährigen Laufbahn als Orthopädietechniker beim Sanitäts- und Orthopädiehaus Zimmermann in Deggendorf schon unterschiedlichste Erfahrungen gesammelt, aber nie war er im Ausland tätig. Anfang dieses Jahres hat er sich dazu entschieden seinen Beruf aus einem völlig anderen Blickwinkel zu betrachten. In Afrika war er zwei Wochen in einem Dorf namens Mukono unterwegs, um Menschen orthopädisch zu versorgen.

Wie bist du zu dem Projekt gekommen?

„Ich habe schon öfter von Pro Uganda gehört, während meiner Ausbildung und bei Fortbildungen. Diese Organisation hat sich zur Aufgabe gemacht amputierten Menschen in Uganda mit Prothesen zu versorgen. Besonders in Entwicklungsländern gibt es sehr viele Ursachen für Amputationen, z.B. Infektionen, Verletzungen, Fehlstellungen, Diabetes, Schlangenbisse, uvm. Ich persönlich empfinde das Projekt als sehr wichtig, da ich selbst eine Beinprothese trage, deshalb habe ich mich auch dazu entschieden mich dort zu engagieren. Als ich mein Vorhaben in der Arbeit angesprochen habe, wurde ich für den Zeitraum freigestellt, so stand der Reise nichts mehr im Weg.“

Was hast du dir davon erwartet?Pro Uganda Orthopädie Mitarbeiter Zimmermann

„Zuerst war ich mir nicht sicher was mich erwarten würde. Mir war klar, dass ich die Chance nutzen will meinen Beruf auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, Krankheitsbilder kennenzulernen mit denen ich noch keine Berührungspunkte hatte und auch mein Fachwissen miteinzubringen. Die Mittel in Uganda sind sehr begrenzt, aber die Leute dort wissen sich geschickt zu helfen. Zum Beispiel hat ein Kollege dort eine Holzhand aus einem selbstgemachten Stemmeisen in acht Stunden geschnitzt. Sie sah erstaunlich echt aus. Das hat mir gezeigt: es gibt immer einen Weg zum Ziel zu gelangen.“

Was genau hast du gemacht, wie war der Tagesablauf?

„Wir waren fünf Leute im Team, drei feste Mitarbeiter und zwei Freiwillige, das war eine Physiotherapeutin aus Deutschland und ich als Orthopädietechniker. Wir haben uns morgens getroffen, die Aufgaben wurden verteilt und besprochen, danach haben wir losgelegt. Während ich dort war habe ich zwei Ganzbein-Orthesen gefertigt, Rollstühle verteilt und einige Projekte fertiggestellt, die meine Vorgänger begonnen haben. Es ist wirklich schwierig etwas zu Ende zu bringen was ein anderer angefangen hat, weil man sich erst ein denken muss, aber in so kurzer Zeit kann man leider nicht alles fertig bringen. Natürlich gab es auch Fälle, wo wir leider nicht so helfen konnten, wie wir uns es gewünscht hätten, das ging einem dann auch Nahe.“

Was ist der Unterschied zu deiner Arbeit bei Zimmermann?

„In Uganda ist zu wenig Material vorhanden. In Deutschland bestellt man eben alles was man braucht, um die Versorgung machen zu können. Durch die Hilfsorganisation wird einmal jährlich ein Container mit Rollstühlen, Schäften, Orthesen, etc. geliefert und damit müssen die Leute arbeiten. Das hat Auswirkungen auf die Arbeits- und Vorgehensweise. Es wird nur ein Gipsabdruck gemacht und eine Anprobe mit kleinen Korrekturen, danach muss die Prothese so gut wie möglich passen. Trotzdem sind alle, die versorgt wurden, danach mit einem dicken Grinsen im Gesicht losgelaufen und haben ihr neues Hilfsmittel ausgetestet.“

Gibt es schon weitere Projekte, die du ins Auge gefasst hast oder war das eine einmalige Sache für dich?

„Ich konnte von den gesammelten Erfahrungen wirklich profitieren, hinsichtlich meines Berufs als Orthopädietechniker, aber auch meine Lebenserfahrung wurde durch den Aufenthalt enorm bereichert. Die Lebensfreude der Menschen in Uganda hat mich begeistert. Ein Projekt in Südamerika würde mir auch gefallen, mal sehen.“

Bilder: Aaron Bremer, Projektleiter Vorort von ProUganda

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